Proteine sind Makromoleküle, die aus Aminosäuren aufgebaut sind.
Man kann also auf einer Produktpackung die Aminosäuren deklarieren, obgleich diese als Protein, d. h. in einer lang verketteten Form vorliegen. Ein so angepriesenes Produkt ist dann kein Aminosäureprodukt im eigentlichen Sinne, sondern ein Proteinprodukt. An der Löslichkeit, z. B. in Wasser, kann man das auch testen - viel Protein und Wasser ergeben einen schweren Klumpen, wie Joghurt. Der Körper kann die Energie dieser Proteinprodukte nicht sofort nutzen. Diese müssen zunächst durch Verdauungsprozesse im Magen- Darm-Trakt aufgespaltet werden.
Proteine sind Grundbausteine unseres Körpers und übernehmen eine Vielzahl von Aufgabenals Strukturproteine, Enzyme, Transportproteine und vieles mehr. Das mengenmäßig weitaus häufigste Protein ist im Körper in Knochen, Haut, Sehnen und Knorpel gespeichert. Das Muskelprotein Myosin bildet zusammen mit Aktin den Aktin-Myosin Komplex. Es bewirkt durch Verkürzung der Filamente des Aktomyosin die Kontraktion des Muskels und ermöglicht so Bewegung.
Die Muskeln bestehen also zu einem großen Teil aus Protein, welches sich aus Stickstoff, Kohlen-, Wasser-, Sauerstoff und Schwefel zusammensetzt. Da im Körper alle Organe einem laufenden Auf- und Abbau unterliegen, wird Protein ständig benötigt. Beim Abbau der Proteinstrukturen wird ein großer Teil zurück gewonnen und wieder verwertet. Da jedoch der Organismus Protein nicht in großen Mengen speichern kann, müssen wir es täglich mit der Nahrung zu uns nehmen. Die aufgenommenen Eiweiße / Proteine müssen im Magen-Darm Trakt aber zunächst in Aminosäuren, also in die Grundbausteine zerlegt werden, um im Körper aufgenommen werden zu können. Mit dem Stoffwechsel gelangen die Aminosäuren dann in die Zellen. Etwa 70% der freien Aminosäuren befinden sich in der Skelettmuskulatur. Ein weiterer Teil der Aminosäuren wird jedoch für den katabolen Stoffwechsel oder für die Synthese stickstoffhaltiger Verbindungen wie Kreatin oder Purinbasen benutzt.
Während Fett aus Kohlenhydraten und Kohlenhydrate aus Proteinen im Körper gebildet werden können, sind die Proteinreserven ausschließlich von der Proteinzufuhr abhängig, können also weder aus Fett, noch aus Kohlenhydraten gebildet werden. Gerade für die Substitution bei Krankheiten und sportlichen Höchstleistungen spielen die Aminosäuren eine wichtige Rolle. Proteine müssen erst vom Organismus in Aminosäuren aufgespaltet werden, wohingegen wirkliche Aminosäurepräparate direkt zur Verfügung stehen. Mengen unter 20g haben nach einer großen Studie mit über 1.150 Patienten nicht zum gewünschten Erfolg bei Sportlern geführt, 40-60 g pro Tag wurden dort empfohlen.
Andere klinische Studien legen sich auch auf Dosierungen zwischen 20 und 50 Gramm hochreiner Aminosäuren (kein Proteinpräparat) pro Tag fest.
(C. Goeters et al., Crit. Care Med, 2002, D.K. Heyland et al., JAMA, 2001, G. Galban et al., Crit. Care Med, 2000)